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Das Leben auf dem Lande...

Wie wir hier auf dem Lande das Leben in der Natur vollziehen:

Meine Vorgeschichte:

Ich bin vor 6 Jahren von meiner Heimatstadt Berlin auf ein kleines Dorf in der Lüneburger Heide gezogen, und zwar aus zwei Gründen.

Der erste Grund war meine Beziehung, der zweite war mein Wunsch näher an der Natur zu leben. Der erste Grund war eine gute Entscheidung. Ich bin wirklich glücklich mit meinem Partner jetzt im selben Haus zu leben. Alles ist gut so.

Aber meine Vorstellung näher an der Natur zu leben musste ich leider korrigieren. Natürlich gibt es hier noch viel mehr Natur als in der Stadt, aber das bedeutet nichts weiter, als dass die Menschen einfach noch mehr Material zum zerstören haben. In Berlin sehnen sich die Menschen nach jedem Fitzelchen grün, unbebauter Fläche und allem was wächst und blüht. Man sieht immer öfter Strassenbäume, deren Winzige noch nicht zubetonierte Umrandung mit echtem Sand , also einer Lücke im Gehweg oder im Asphalt von naturliebenden Anwohnern liebevoll bepflanzt werden. Hier gibt es auch Leute, die meinen einen kleinen Jägerzaun aufstellen zu müssen, wegen der Masse an Hunden und die Hundebesitzer beschweren sich, weil ihre Hunde die Bäume nicht mehr anpinkeln und zuscheißen können. Das Ordnungsamt schreibt Anzeigen gegen die Anwohner die kleinen Rechtecke rund um die Straßenbäume bepflanzen, weil das Privileg der Stadtbegrünung immerhin dem Gartenbauamt obliegt, und alles was gepflanzt wird selbstverständlich in Waschbetonkästen gehört. Das zeigt mir nur wie verzweifelt die Sehnsucht nach etwas Natur in den großen Städten ist. Ich weiß noch wie viel Benzin ich als Berliner verschleudern musste, wenn ich wirklich mal in die Natur fahren wollte. Unter Natur verstehe ich eine Landschaft, in der man noch richtig alte Bäume findet, die nicht vom Menschen angepflanzt und beschnitten wurden, in der noch Wildblumen wachsen, die nicht aus dem Gartencenter kommen und in der man auf unbefestigten Wegen spazieren kann, ohne ständig vor Mountenbikern, Inlinern oder Kampfhunden zur Seite springen muss - das ganze unter dem Schallteppich des Stadtverkehrs, der Sightseeing Hubschrauber die für wenige reiche Touristen Rundflüge anbieten, und damit Millionen von Einwohnern nonstop beschallen - so wie es halt im Berliner Tiergarten ist. (Ich liebte den Tiergarten - aber Natur ist was anderes)

Hier auf dem Lande ist es genau umgekehrt. Die Menschen haben in der Regel dass, wonach sie die Städter sehen. Ein Haus mit Garten, aber was die Menschen mit ihren Gärten anstellen ist zum Heulen. Die Menschen sehen die Natur immer noch als Feind an. Laubbäume werden gehasst, denn zwanghaftes Laubfegen sowie die ersten Blätter fallen wird zwar als unbedingt notwendig aber auch als lästig empfunden. Aldi, Lidl, Gartencenter und Co. versorgen die Leute mit höllisch lauten und völlig unnützen Laubgebläsen, womit die "ordentlichen Nachbarn" die gesamte Nachbarschaft beschallen, ohne dabei wirklich weiter zu kommen. Nachdem sie das Laub stundenlang in der Gegend herumgepustet und ordentlich gelärmt haben, greifen sie dann meistens doch zu Besen und Handfeger, um der "Laubpest" Herr zu werden. Komposthaufen wären die Lösung, aber sie sind verpöhnt, und gelten als schmutzig - eine Todsünde im aufgeräumten Niedersachsen. Das Laub kommt natürlich in teure Plasiksäcke, und wird gebührenpflichtig abgefahren, von der lokalen Müllabfuhr kompostiert, und dann gewinnbringend und teuer wieder als Bio-Blumenerde verkauft. Das ist natürlich die teure Erde - die eigentlich jeder Gartenbesitzer mit einem Komposthaufen kostenlos selbs machen könnte. Meist kaufen die Leute lieber die Blumenerde, die aus Torf hergestellt wird. Dadurch werden unsere oder andere Moore zerstört, und die Torf-Erde ist auch meistens nicht einmal besonders geeignet, und wird deshalb noch mit Kunstdünger versetzt um dann in unseren sterilen und scheußlichen Gärten, Friedhöfen oder Blumenkübeln zu landen.

Ich möchte euch als Einstimmung zu diesem Thema wirklich einen großartigen Film vorstellen und ans Herz legen, der zwar schon von 1983 ist, aber auch von gestern sein könnte. Es ist ein Film, der mir aus der tiefsten Seele spricht, und der genau das zeigt, was ich hier auf dem Lande tagtäglich beobachte.