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Nano-Aquaristik – Garnelen Aquarien


Der Begriff Nano-Aquaristik ist noch gar nicht so lange modern. Hieß es doch früher immer, dass ein Aquarium umso einfacher einzurichten ist, je größer das Becken ist. Das stimmt in vielen Punkten auch, denn je größer das Volumen, desto stabiler sind die Wasserbedingungen, desto kleiner die Schwankungen der Wasserwerte wie Temperaturen, Wasserchemie usw. Außerdem brauchen die Aquarienbewohner einfach einen gewissen Lebensraum, um sich wohl zu fühlen – und je größer das Becken desto besser für Fische und Pflanzen. Die Meisten Pflanzen wachsen, wenn sie sich wohl fühlen sehr schnell, und erreichen beachtliche Größen. Deshalb ist ein Nano-Becken nicht für alle Pflanzen geeignet. Aus anderen Gründen sollte man auf bestimmte Pflanzen ebenfalls im Nano-Becken verzichten, denn einige Pflanzen geben wenn sie zurückgeschnitten werden Substanzen an das Wasser ab, das wegen des kleinen Volumens schnell ungesund für die empfindlichen Garnelen werden können.

Ich habe von Anubias und Cryptocorynen gehört, die den Garnelen eventuell schaden könnten. In meinen Nano-Becken pflege ich jedoch ein paar Anibias bartensi (nana) Pflanzen, vermeide es aber zur Sicherheit diese im Becken im größeren Stil zurückzuschneiden. GElegentlich ein Blatt zu entfernen hat meinen Tieren noch nie geschadet, aber ich würde das Rhizom der Pflanze nicht in diesem Becken teilenm, denn durch die große Schnittfläche könnten mehr Pflanzensäfte ins Wasser gelangen, als üblich, und durch das geringe Volumen dieser Aquarien wäre mir das Risiko zu groß.


Trotzdem hat sich die Nano-Aquaristik besonders für die Liebhaber von Zwerggarnelen, bestimmten Schneckenarten und sehr wenigen, winzigen Fischarten in den Letzten Jahren zu einem besonderen Zweig der Aquaristik entwickelt, und viele Aquarienfirmen wie z.B.  Dennerle, Tetra oder JBL bedienen diesen Zweig der Aquaristik mit sehr erfolgreich und verkaufen entsprechend zahlreiches und vor allem teures Zubehör. ( Von Praktischen Dingen wie sehr guten Filtern bis zu Scheußlicihkeiten wie bunten Kies) Es gibt viele sehr schöne und liebevoll gestaltete private Webseiten zu diesem Thema, so dass ich nicht das Rad noch einmal erfinden möchte um hier Tipps und Tricks zu verraten, sondern ich möchte euch vielmehr von meinen Fehlern berichten, damit Ihr diese möglichst vermeiden werdet, falls ihr euch auch mit diesem schönen Hobby beschäftigen wollt.

Die wirklichen Tipps überlasse ich den Profis, die sich schon viel länger als ich mit diesem Thema beschäftigen, und gerne würde ich euch eine Liste von sehr hilfreichen und nützlichen Links ans Herz legen, mit meiner ausdrücklichen Empfehlung diese Informationen auch zu nutzen, bevor Ihr euch in das Abenteuer: Nano-Aquaristik und Garnelenaquaristik stürzt, denn auch wenn viele Anbieter und Zoohändler so tun, als ob sie das perfekte und komplette "Plug and Play" Zubehör für diese Mini-Aquarien anbieten, so dass man die Becken nur noch aufstellen muss, und fertig, so werdet ihr mit Sicherheit viel Frust und Verluste erleben, wenn ihr die Anschaffung von Tieren und die Einrichtung eurer Mini-Becken übereilt, ohne vorher einige Regeln zu beachten. Ich spreche aus eigener, schmerzhafter  Erfahrung.

Wie ich auf Garnelen kam…


Ich habe eine große Leidenschaft – das Tauchen – und bei meinen vielen Tauchgängen habe ich immerWEissruecken Putzergarnele wieder die unglaubliche Arten und Farben- und Formenvielfalt der Garnelen, Krebsen und anderen Crustacea bewundert. Stundenlang kann ich Unterwasser damit verbringen eine Putzerstation zu beobachten, wo die kleinen Garnelen geduldig darauf warten, dass im Größenverhältnis riesige Fische vorbeikommen, und sich von den Garnelchen die Parasiten, tote Hautschuppen und andere Unannehmlichkeiten sorgfältig beseitigen lassen. Selbst die Hand eines Tauchers wird sofort als Putzobjekt inspiziert, wenn man sich vorsichtig als Taucher einer Putzerstation nähert. Putzergarnelen - SalzwasserOft hüpfen dann die kleinen Putzmeister auf die Hand, (linkes Bild) und versuchen zum Beispiel einen kleinen Leberfleck zu entfernen, was jedoch nicht wehtut, sondern bestenfalls ein bisschen kitzelt oder zwickt.
Als ich dann von den ersten Süßwassergarnelen hörte, wollte ich natürlich sofort welche haben. Meine ersten Garnelen, die übrigens seit über 4 Jahren noch immer gesund und munter sind waren Amano-Garnelen. Diese Tiere gehören zu den größeren Süßwasser-Aquarientauglichen Garnelen, und sind mit die besten Algenbekämpfer, die ich kenne. Sie sind zwar nicht besonders spektakulär gefärbt, sondern eher Transparent, aber durch ihre Agilität und ihr witziges Verhalten sind sie wirklich echte Clowns im Becken. Außerdem die besten Algenbekämpfer die ich kenne. So haben meine 5 Amano Garnelen ein total mit Kieselalgen verunreinigtes Becken innerhalb weniger Tage blitzeblank geputzt. Als die Algen beseitigt waren, wurde auch Trockenfutter, Futtertabletten, Mückenlarven und alles was die Fische auch fressen als Nahrung angenommen. Nur mit der Zucht hatte ich kein Glück, denn Amano-Garnelen entlassen Ihre Larven zwar im Süßwasser, diese treiben dann in Richtung Meer, denn sie brauchen eine gewisse Zeit im Salzwasser. Dort erfolgen einige Entwicklungsstadien bevor die fertigen Amanos dann wieder stromaufwärts in die Süßwasser Flüsse zurückkehren, und wieder zu reinen Süßwasserbewohnern werden. Deshalb ist die Zucht nicht ganz einfach, wenn auch möglich. Mir ist es bei den Amanos jedoch nicht gelungen. Ich habe die lebenden Larven zwar bis ins Salzwasser behalten, aber nachdem die Dottersäcke der Larven aufgebraucht waren, ist mir die Ernährung der kleinen Larven nie gelungen. Die Tiere müssen im Futter stehen, aber das führte immer dazu, dass mir das Salzwasser umgekippt ist, denn die Filterung habe ich nicht hinbekommen.

Wesentlich einfacher lassen sich Zwerggarnelen der Gattungen Caridina und Neocaridina vermehren, denn wenn die Erwachsenen Tiere sich gut fühlen, der Filter Garnelensicher ist, und es genügend Versteckmöglichkeiten gibt, so kommen auch im Gesellschaftsbecken viele Tiere durch.


REd Fire - 280pxbAuf einer Zierfischbörse habe ich dann einmal 10 kleine rote „Red Fire „ Garnelen gekauft, und in mein dicht bepflanztes 330l Aquarium gesetzt. Anfangs habe ich die kleinen Tiere nicht mehr zu sehen bekommen, und hatte auch schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass sie es überlebt haben, doch eines Tages fiel mir auf, dass sich die Tiere erstaunlich vermehrt hatten. Überall  saßen kleine rote oder noch halb transparente winzige Garnelchen herum, und suchten auf den Pflanzen, Wurzeln, Scheiben und anderen Einrichtungsgegenständen nach Fressbarem. Als ich eines Tages dann auch mal wieder meinen Außenfilter zur Reinigung öffnete stellte ich fest, dass wirklich viele Garnelen zwischen den Filtermatten lebten, und auch wenn sie es dort nicht besonders hübsch hatten, so haben sie es sich dort häuslich eingerichtet. Mulm und Nahrung, frisches und bewegtes Wasser gab es genug, und offenbar wurden die Junggarnelen durch den viel zu großmaschigen Ansaugkorb in den Filtertopf gesaugt, jedoch von den nach oben hin immer feiner werdendem Filtermaterial davor bewahrt durch die Pumpe wieder ausgespuckt, und dabei zerschreddert zu werden. Sie wuchsen dort jedenfalls vor sich hin. Die ausgewachsenen Garnelen wären zu groß für den Ansaugkorb gewesen, aber die winzigen Junggarnelen sind in großer Zahl im Filter gelandet, wo sie einfach weiterlebten.
Als erstes habe ich die Ansaugstutzen meiner Außenfilter durch ein feineres Netzt (Es gibt diese feinen weißen Netze in denen in den Supermärkten meistens 3 Knoblauchknollen verpackt sind. Diese Netze habe ich mit Schießgummis über den Ansaugkorb des Filters fixiert, so dass wenigstens die Halbstarken Garnelchen nicht mehr vom Filter verschluckt werden konnten. Von dem Tag an vermehrten sich die kleinen Garnelchen noch kräftiger, in meinem großen Becken.

RedFireObwohl die ganz winzigen Garnelchen sicherlich noch immer durch die Maschen schlüpfen könnten und sicher auch einige der Winzlinge von einem der Fische erwischt werden, kommen stets deutlich mehr Tiere durch als verloren gehen. Ich schätze den Bestand meiner Red Fire Garnelen auf einige Hundert Tiere in meinem 330 l Becken, denn dieses Becken ist sehr dicht und üppig bepflanzt, so dass es genügend Versteckmöglichkeiten vor den Fischen gibt. Durch die vielen Garnelen habe ich auch keine Algenprobleme mehr, denn die Tiere stehen total auf pflanzliche Kost, und suchen den ganzen Tag das Becken nach Algen und alles andere Fressbare ab.

Meine Fische sind allesamt recht kleine Arten, oder reine Pflanzenfresser bzw. Bodenfische wie Panzerwelse und Antennenwelse. (Platys, Neons, schwarze Phantomsalmler Keilfleckbarben und die größten Räuber sind wohl 2 Glaswelse, die von einem Schwarm von ehemals 6 Tieren noch übrig sind),  so dass wirklich nur die ganz jungen Garnelen als Beute in Frage kommen. Vermutlich werden auch öfters mal einige dieser Baby-Garnelchen von meinen Fischen erbeutet, aber trotzdem kommen immer Tiere mehr durch, als den Fischen oder dem Filter zum Opfer fallen, so dass ich ständig Tiere in gute Hände abgeben kann. Wer Interesse hat, kann mich gerne kontaktieren.  Ich gebe eine Gruppe von ca. 10-15 Tieren für 10 Euro ab, allerdings nur an Selbstabholer, denn auf einen professionellen Versand der Tiere bin ich nicht eingerichtet. Meine Red Fire Garnelen sind wirklich unkompliziert, fressen alles, wobei sie pflanzliche Nahrung vorziehen. Als Erstbesatz sollte man aber mindestens 10 Tiere erwerben, denn die Tiere fühlen sich nur in der Gruppe wohl, und werden sich dann bei guten Bedingungen auch bald fortpflanzen.

Red Fire-NesselAuf dem Bild links sieht man die Garnelen, wie sie sich über eine überbrühte Brennessel hermachen. Dazu pflücke ich frische Brennesseln fern ab von Strassen oder Landwirtschaftlich genutzten Flächen und Hundeauslaufstrecken, damit sie möglichst frei von Schadstoffen oder Hundeurin sind. Vor dem Verfüttern lasse ich die Nesseln ca. 2 Minuten in siedendem Wasser kochen, damit sie zart und weich werden, und hänge sie ins Aquarium. Man kann die Nesseln auch sehr gut trocknen, und diese getrockneten Nesseln ebenfalls kurz abkochen, und dann verfüttern. Die Garnelen sind richtig verrückt danach, und auch manche Fische wie die Saugwelse und Platis stehen total auf Brennesseln. Ein hervorragendes Garnelenfutter.

 

Jedenfalls ist bei mir das Garnelenvirus ausgebrochen, und ich habe großes Interesse auch ein paar andere Arten zu pflegen. Da viele der bei uns erhältlichen und nachgezüchteten Garnelen inzwischen Zuchtformen und Hochzuchtformen aus wenigen Arten wie z.B. Neocaridina heteropoda und Caridina sind, sollte man die Tiere der selben ARt aber unterschiedlicher Zuchtmerkmale in getrennten Becken halten, wenn man die schönen Merkmale auch bei seinem Nachwuchs erhalten möchte, denn die unterschiedlichen Zuchtformen kreuzen sich natürlich untereinander, wobei dabei die Zuchtmerkmale dann beim Nachwuchs wieder verloren gehen würden. Ich habe also 3 kleine Becken in denen jeweils eine Garnelenart/Zuchtform gehalten werden soll. Ich nenne meine Becken:

Nano1 für meine Red Bees - Caridina cf. cantonensis "RedBee"

Nano1

Nano2 - für die Yello Fire Garnelen - mit und ohne Rückenstrich - Neocaridina heteropoda- var. "Yellow fire"

Nano2

Nano3 - zur Zeit noch ohne Garnelen

Nano3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dann habe ich noch ein Becken, das ich schon sehr lange für die Aufzucht von Fischbrut oder auch kleinen Garnelen, die ich aus dem Filter gerettet hatte aufziehe. Dieses Becken ist nicht besonders hübsch, sondern einfach nur ein Djungel mit Javamoos, indem sich meine Babyfische und Garnelen gut verstecken können.