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Wie meine Blaumeisen ausgeflogen sind - und warum ich auch im Sommer füttere...

MeisenkükenIch habe jetzt schon das dritte Jahr brütende Blaumeisen auf meiner Terrasse, und ich freue mich, dass es jedes Jahr erfolgreicher wird. Ich habe einen schicken und vor allem praktischen Meisennistkasten von der Fr. Schlegele. Diese Kästen sind aus unverwitterbarem Holzbeton gefertigt. Man kann mit einem Handgriff die Vorderfront entfernen, um mal einen Blick hinein zu werfen, oder nach der Brut den Kasten zu reinigen, und damit Parasiten entfernen, die die kleinen Piepmätze befallen würden.

Im letztem Jahr waren von ursprünglich 8 Küken 4 gestorben, und lagen tot im Nest. Die noch lebenden Küken saßen oben drauf, was ich natürlich ziemlich schrecklich fand. Ich habe die toten Küken entfernt, und weiß nicht so genau, was aus den anderen geworden ist. Ich stellte nur fest, das einige der Küken eines Tages auf meiner Terrasse herum hüpften und nach ihren Eltern schiepten. Diese Antworteten auch, und dann waren die Küken verschwunden. Ich hatte keine Ahnung, ob sie überlebt hatten.Meisenkueken

In diesem Jahr - wir hatten einen guten, warmen und nicht zu trockenen Frühling - waren es 5 Kücken, die alle gesund und kräftig aussahen. Heute ist mir aufgefallen, dass das Geschiepe aus dem Kasten besonders laut war, und die Küken auch schon öfters mal den Kopf aus den Loch steckten. Ich dachte mir schon , das der Ausflugstag nicht mehr weit ist. Trotzdem konnte ich es nicht lassen noch mal nachzuschauen. Als ich die Vorderklappe des Nistkastens abnahm saßen noch alle 5 Küken im Nest, aber 2 von Ihnen erschraken sich so sehr, dass die sofort durchstarteten und hinaus flatterten. Eins der beiden ist nach seinem ersten Flug natürlich genau in meiner Regentonne gelandet. Was für ein Schock für das arme Küken, und was für ein doofer Start. Ich in Panik! Ich habe das schwimmende Küken aber sofort gerettet, und zurück ins Nest gesetzt. Das zweite saß noch kurz in einem Bäumchen auf der Terrasse, und flog dann erstaunlich sicher in die hohe Tanne gegenüber, von wo aus die Elterntiere schon ruften und warteten. Ich war erstaunt, wie gut die kleinen von Anfang an fliegen können. Immer hin war es der erster Flug in ihrem jungen Leben, und sie hatten noch nie zuvor geübt.

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Ich habe dann einfach mal meine kleine Video-Kamera aufs Stativ gestellt, und einfach laufen lassen. Den Film habe ich natürlich stark gekürzt, aber innerhalb weniger Stunden sind dann auch die übrigen Küken ausgeflogen - bei zweien konnte ich den großen Moment sogar filmen. Es ist wirklich schön zu beobachten, wie die Eltern die kleinen immer wieder locken, bis auch der letzte Nestling den Kasten verlassen hat. Das könnt ihr in dem kleinen Video unten beobachten. Jetzt sitzen die Küken mit ihren übrigen Geschwistern jetzt in den Bäumen rings um meine Terrasse, wo sie von Ihren Eltern weiter gefüttert werden. Der Ruf der Eltern ist mehr ein schnatterndes Geräusch, während die kleinen Ästlinge immer ein 3 silbiges tschiptschiptschip von sich geben. So kann ich gut orten wo sie sich gerade aufhalten. Ich hoffe sehr, dass sie die ersten Wochen gut überstehen. So viele Katzen gibt’s hier nicht, aber Eichhörnchen, Marder, Elstern, Autos und vor allem ist für die nächsten Tage ein heftiges Gewitter angesagt. hoffentlich trifft es uns

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nicht zu stark...

Ich bin mir nicht sicher, woran es lag, dass in den letzten beiden jahren so viele der Kücken es nicht geschafft haben, aber ich vermute, dass die Kücken einfach nicht kräftig genug waren.

Ich habe mich deshalb entschlossen die Singvögel rund um meine Terrasse zu füttern. Es gibt zwar eine vorherrschende Meinung, dass man Vögel nur im Winter und nur bei geschlossener Schneedecke zu füttern sollte weil... ja weil was? Ansonsten zu viele überleben oder sie sonnst verweichlichen, was ja eine zutiefst undeutsche Tugend wäre..

Aber mal ohne Polemik: Warum soll man nicht füttern? Es gibt keine einzige belastbare Studie, dass das Zufüttern im Sommer die Vögel schaden könnte. Das Ammenmärchen, dass sich dadurch Krankheiten ausbreiten würden ist nicht bewiesen. Wenn ich denke welche Schwerstarbeit ein Blaumeisenpärchen leisten muss, um 5 Kücken so zu versorgen, dass sie die ersten schweren Wochen kräftig genug sind, um zu überleben, dann erhöht die Zufütterung der Eltern ganz deutlich die Chancen der Tiere!

Ein Weiteres Argument, dass die häufigen Arten, wie zum Beispiel Kohlmeisen, Blaumeisen und Sperlinge durch das Zufüttern im Winter einen Vorteil gegenüber selteneren Zugvögeln, die sich im Fühjahr erst ein Revier und einen Nistplatz suchen müssen, bekämen mag wahr sein, aber ist ebenfalls wissenschaftlich nicht belegt, und reine Spekulation. Es ist an uns genügend Nistmöglichkeiten in unseren Gärten zu schaffen. Gärten, die aufgeräumt sind, wei Mutti gute Stube sind natürlich Vogelfeindlich! Komposthaufen, Reisighaufen, einheimische Sträucher wie Weißdorn, Schlehe, Vogelbeere, Wacholder, Johannisbeere, Bäumchen wie Felsenbirnen oder Obstbäume, und im Herbst einfach mal einen Laubhaufen liegen lassen - das hilft den einheimischen Vögeln. Auf dem Laub befinden sich viele Insektenlarven, die hier überwintern, und die erste Nahrung vieler zurück kommenden Zugvögel bilden. Auch Igel brauchen diese Überwinterungshilfen dringend, und halten dafür im Sommer die Schnecken kurz. ( Wobei Regenwürmer die bessere Nahrung für Igel sind, denn Schnecken sind oft Zwischenwirte für Lungenwürmer, die den Igeln schwer zusetzten, aber auch das ist ein anderes Thema)

Manche Hobbyjäger würden sicher gerne neben den Rabenvögeln auch die "penetrant häufige Kohl- oder Blaumeisen" dem "Raubzeug" zuordnen, um sie abschießen zu können, und damit Lebensraum für die sehr selten gewordenen Singvogelarten zu schaffen. Diese polemische Anmerkung nehme ich mir heraus, wenn ich sehe, wie sich die Hobby-Jäger-Lobby immer wieder gegen die immer seltener werdenden Rabenvögel mobilisiert, und ihren hirnkranken Tötungsdrang mit dem angeblichen Schutz der lieben Singvögel rechtfertigt, nur um Elstern, Krähen und Kolkraben schießen zu dürfen, daber auch das ist ein anderes Kapitel...

Das die ach so lieben Singvögel auch die vom aussterben bedrohten Insektenarten vertilgen, wäre dann wieder ein Argument diese auch zu dezimieren. Man könnte diese absurde Argumentation endlos weiter führen.

Fakt ist:

Wir zerstören immer mehr Lebensraum und damit auch Nahrungsquellen unserer Singvögel. Für für Meisen und andere Singvögel, die im Sommer auf Insekten angewiesen sind wird es im ländlichem Raum ganz schön schwierig genug "unvergiftete" Nahrung zu finden, da unsere Bauern und Hobbygärtner ja alles totspritzen, was irgendwie krabbeln oder fliegen kann, und eventuell das ein oder andere Blatt anknabbern könnte. Sicher sind Blau- und Kohlmeisen noch keine bedrohte Arten, aber wer von euch hat schon mal Tannenmeisen, Haubenmeisen oder Schwanzmeisen beobachten können?

Ich beobachte zur Zeit: Blau- und Kohlmeisen, Feld- und Haussperlinge, Amseln, Buchfinken, Grünfinken, Rotkehlchen, Türken- und Ringeltauben, Gimpel, selten einen Zaunkönig, Bergfinken.

Meisen füttern ihre Küken ausschließlich mit Insekten, (auch wenn sie eine Körnerfutterstelle in unmittelbarer Nähe haben) und die Elterntiere, die die unglaubliche Leistung vollbringen nicht nur sich selbst, sondern auch noch 5-10 (manchmal noch mehr) Tiere zu ernähren, nehmen das zusätzliche Körnerfutter sehr gerne an. Von den Eiweißreichen Insekten-Kraftfutter für die bleibt somit mehr für die Brut übrig. Ich vergrößere also die Chancen für eine erfolgreiche Brut ein bisschen. Der Bruterfolg meiner Meisen im vergangenem Jahr gibt mir recht!

Zum umstrittenen Thema, ob man einheimische Vögel auch im Sommer füttern sollte kann ich euch ein wissenschaftlich recht ordentlich dokumentiertes Buch empfehlen.

Vögel füttern - aber richtig. Anlocken, schützen, sicher bestimmen (Broschiert)

von Peter Berthold (Autor), Gabriele Mohr (Autor)

 

Abschießend will ich sagen, dass das verschwinden unserer einheimischen Singvögel viele Ursachen hat. Unsere intensive Landwirtschaft, die Vernichtung der Lebensräume, Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen gehören sicher zu dengravierendsten Gründen. Das in vielen Mittelmeerländern immer noch massenweise Singvögel mit Netzen, Steinschlagfallen oder Leimruten gefangen werden, um sie anschließend auszulutschen, oder einfach aus Freude am Töten abgeschossen werden ist für die Zugvögel sicher auch nicht lustig.

Streunende Hauskatzen stellen sicher auch eine Bedrohung für die flach- und Bodenbrütenden Vögel dar. Elstern, Rabenvögel und Eichhörnchen gab es dagegen schon immer, und sie haben die Bestände der Singvögel noch nie bedroht, auch wenn sie des öfteren das ein oder andere Nest plündern.

Ein einzelner Mensch der in seinem Garten Vögel füttert, (und hoffentlich auch einen Naturnahen Garten nach allen Regeln der Kunst erhält) wird wenig am grundsächlichem Problem der zerstörten Lebensräume ändern, aber er kann sich zumindest über eine kleine Population von Vögeln in seiner Nähe erfreuen, denen er das Leben ein bisschen erleichtert. Und es schadet den Vögeln definitiv nicht!
Auch ist es für Kinder eine tolle Erfahrung die einheimischen Vögel mal in Ruhe aus der nähe zu beobachten, und dadurch die Schönheit und den Wert der einheimischen Vogelwelt zu erleben.
Nur was man kennt, das möchte man auch schützen. Daher glaube ich, dass eine Futterstelle im Garten oder auf der Terrasse nicht nur den Vögeln nützt, sondern auch unseren Kindern, die eigentlich immer großen Spass dabei haben diese Vögel in Ruhe beobachten zu können.

Kinder aus Hobbyjägerfamilien können so auch ihre Geschicklichkeit mit dem Luftdruckgewehr perfektionieren. (Sorry - diese fiese Bemerkung war zynisch und verbittert - bitte nicht ernst nehmen)

Das ist der Grund - ich mag die Tiere einfach gerne in meiner Nähe beobachten, und es macht mich glücklich. Ich mag jedoch keine Blattläuse, Schmeißfliegen, und Stechmücken, und wenn ich beobachte wie viele dieser Insekten ein brütendes Meisenpärchen verfüttert, dann habe ich auch einen direkten Nutzen davon.