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Tauchen- wie es bei mir Anfing, und was ich dabei erlebt habe!

Dieser Text ist mehr für Tauchanfänger geschrieben, und wie immer viel zu lang geworden.

Schon als Kind hat mich die Unterwasserwelt fasziniert. Ich hatte etliche Aquarien, war im Urlaub kaum aus dem Wasser herauszubekommen und ich habe alles im Fernsehen, was mit der Unterwasserwelt zu tun hat verschlungen. Tauchen schien mir noch bis vor einigen Jahren ein unerreichbares "Reiche-Leute-Hobby", und dass ich selbst mal tauchen werde habe ich vor dem Jahr 2000 noch nicht für möglich gehalten - wie ich an anderer Stelle ja schon geschrieben habe. Zwei meiner damaligen Arbeitskollegen erzählten mir, dass sie tauchen würden, und ich war wirklich beeindruckt dass sie sich ein so exquisites Hobby leisten konnten.

PigiEin weiteres Erlebniss bestärkte meinen Wunsch doch eines Tages das Tauchen zu erlernen. Ich befand mich mit meinem lieben Freund Stefan auf der Kanareninsel La Gomera, und wir saßen an einem schönen, etwas entlegenem Steinstrand. Ich wollte natürlich ins Wasser, aber mein Freund Stefan hatte irgendwie ein ungutes Gefühl, und erzählte irgendwas von Haien usw. Ich tat seine Bedenken ab, und zeigte dabei auf eine junge Frau die ziemlich weit vom Ufer entfernt ganz alleine im Meer schwamm und sagte: Schau doch mal, die Frau dort draußen traut sich auch ins Wasser, und Haie kommen niemals so dicht ans Ufer. Kurz nachdem ich das gesagt hatte, find die junge Frau plötzlich an zu schreien und um sich zu schlagen. Alles glotzte aufs Wasser, aber niemand tat was. Ich wollte mich gerade ins Wasser stürzen, um der Frau zu helfen, aber die Frau hatte es schon aus eigener Kraft ans Ufer geschafft. Sie war zwar keinem Hai begegntet, aber einem anderen, nicht weniger gefährlichem Meerestier. Einer Staatsqualle (Portugisicher Galere) und sie war überall mit den blau-violetten Nesselfäden dieser hochfiftigen Qualle bedeckt und hatte unerträgliche Schmerzen. Zum Glück trug sie einen geschlossenen Badeanzug, so dass nur Rücken und Arme stark vernesselt waren. Zum Glück für die Frau, hatten wir ein Mietauto dabei und konnten sie damit schnell in ein ziemlich weit entferntes Dorf fahren, wo ein Arzt sie mit einer Cortisonspritze und starken Schmerzmitteln von ihren Qualen befreien befreien konnte und vor allem einen Schock verhinderte, der nach so einer Quallenbegegnung durchaus eintreten kann, und dann sogar für lebensgefährliche Komplikationen sorgen könnte.

Dieses Erlebniss hat mir einigen Respekt vor den Gefahren des Meeres beigebracht. An diesem Tag habe ich mir vorgenommen, dass ich nur noch ins Meer gehen werde, wenn ich auch sehen kann was sich im Wasser unter mir so tummelt. Sprich: mit Neoprenanzug und einer Tauchermaske. Mandarinfische

Einige Zeit später sah ich in einem Berliner Schwimmbad einen Flyer der für ein Schnuppertauchgang für 10 oder 20 DM warb. Ich dachte mir, den Spass probiere ich einfach mal aus, und sowie ich die Flasche auf dem Rücken und den Regler im Mund hatte, war ich abgetaucht und im totalem Glücksrausch. Es gab zwar nicht viel mehr zu sehen, als die strampelnden Beine der Badegäste , das blau gekachelte Schwimmbecken und ein paar ekelige abgefallen Pflaster und Haarbüschel am Beckenboden, aber ich konnte unter Wasser atmen, und die Schwerkraft spielte keine Rolle mehr! Es klingt vielleicht pathetisch, aber danach hatte ich Glückstränen in den Augen, und einen Tag später habe ich mich zum Tauchkurs, dem Open Water Diver angemeldet. Mein Vater der damals noch lebte fand die Idee so klasse dass er mir die Häfte der Kursgebühr dazu gab. Ich löste mein kleines Sparbuch auf, und kaufte mir sofort eine eigene Tauchausrüstung, noch bevor ich den OWD-Kurs beendet hatte. So sicher war ich mir das ich dabei bleiben werde! Und ich blieb dabei!
Meine ersten Tauchgänge im Freiwasser habe ich im November 2000 in der 15° kalten Ostsee gemacht, und war von den paar Ohrenquallen, Garnelen und ein paar Schollen schon total begeistert.

 

Die ersten Tauchgänge im Korallenriff...

Sven-Erster TauchurlaubWenige Monate später war ich dann zum ersten Mal am Ägyptischen Roten Meer. Was ich dort zu sehen bekam, hat mich einfach umgehauen. Ich hätte nie gedacht wie viele verschiedene knallbunte und auch relativ große Fische dort direkt vor meiner Nase herumschwammen. Ich war völlg "Reizüberflutet".
Allerdings merkte ich ziemlich schnell, das ich überhaupt noch nicht tauchen konnte. Es war mir ein Rätsel wie die Tauchguides es schafften unter Wasser einfach zu schweben, ohne dabei auch nur eine Flosse zu bewegen, und sogar Rückwärts tauchen konnten. Bei mir ging es entweder hoch, oder runter, und ohne ständiges Rudern mit den Armen und Paddeln mit den Flossen konnte ich kaum meine Position halten. Leider kannte ich damals noch keine erfahrenen Taucher die mir einfach mal sagten was ich falsch machte, sondern ich wurde in diesem touristischen Massentauchbetrieb immer mit irgend welchen riesigen Gruppen mit 10-15 Tauchern durchs Riff gehetzt. Mein Luftverbrauch war entsprechend hoch, und nach 20 Minuten war meine Flasche meistens leer und ich beendete fast jeden Tauchgang am Oktopus des Guides.

Das frustrierte mich damals schon sehr, und ich konnte mir nicht erklären woran es lag. Ich habe damals aber gleichzeitig das Schnorcheln entdeckt, und hier konnte ich all das machen, was ich mir eigentlich vom Tauchen erhoffte. In aller Ruhe die Unterwasserwelt bewundern, stundenlang die Meerestiere beobachten, einfach im Meer treiben und seine unvorstellbare Schönheit genießen. Das Schnorcheln machte mir damals mehr Spass aus das Tauchen. Was ich damals einfach noch nicht wußte war die Notwendigkeit einer perfekten Tarierung! Es ist wirklich ärgerlich, dass diese grundlegende und wichtigste Technik des Tauchens bei meiner Grundausbildung so wenig geübt wurde, und das auch nicht genügend darauf hingewiesen wurde. Ansonten ist mir von den kommerziellen Tauchschulen SSI sympathischer als PADI. Ich habe die Unterlagen für die Kurse verglichen, und fand die SSI Unterlagen einfach besser und ausfürhlicher, aber das ist 10 Jahr eher,und ich kenne nicht den aktuellen Stand der Dinge.

Aber die Voraussetzungen die man erfüllen muss um mit seiner Luft wenigstens eine Stunde unter Wasser bleiben zu können wurden mir werder von SSI noch von PADI beigebracht. Die Tauchleher wollten Ihren Kurs verkaufen, haben die notwendigen Kenntnisse zur Sicherheit und zur Ausrüstung vermittelt, und das war es dann. Bei Pady muss man perfektes Tarieren in einem sogenannten Special-Kurs extra buchen und bezahlen - Was für eine bescheuerte Idee! Denn schlecht tarierte Taucher richten in den Riffen erhebliche Schäden an, weil sie ständig gegen die Korallen krachen, Sediment aufwirbeln und bei den kleinen Riffbewohnern Angst und Schrecken verbreiten.

Da ich damals noch keine anderen Taucher kannte, und als einzelner Taucher bei jedem Tauchgang einem anderen Buddy zugeteilt bekam, habe ich mir auch alles alleine beibringen müssen, und so hat es fast 50 Tauchgänge gebraucht, bis ich einigermaßen tarieren konnte.Ich habs einfach nciht verstanden, wie die anderen das machen, und bekam immer die Antwort: Das kommt mit der Zeit von ganz alleine. Falsch! Tarieren muss man übern, und kann es ganz einfach erlernen, aber mansche lernen es nie, und sind auch beratungsresistent. Immer wieder sehe ich Taucher mit weit über 100 Tauchgängen, die trotzdem schlechttariert durchs Riff poltern, und eine Schneise der Verwüstung zurück lassen. Meine Meinung dazu ist, dass man den OWD wie einen Füherschein behandeln sollte. Wer immer wieder die Regeln verletzt, und durch mangelnde Tauchkenntnisse die Unterwasserwelt unnötig schädigt, dem sollte der OWD entzogen werden, und erst nach einer entsprechenden Nachschulung und einem Idiotentest wieder ausgehändigt werden. (Das ist natürlich nicht durchsetzbar, und nur eine Spinnerie von mir - aber wenn ich König der Welt wäre, wurde ich dieses Gesetz durchsetzen.)

wie es dann endlich "Click" bei mir machte...

TuemmlerIch hatte bei meiner zweiten Tauchreise ein paar nette Leute kennengelernt, und darunter war auch eine ältere Tauchrin, die aus gesundheitlichen Gründen kein Gerätetauchen mehr praktizieren konnte, und sich aufs Schnorcheln beschränkte. Diese Frau - sie hieß Barbara - beobachtete mich bei einem meiner Tauchgänge während sie schnorchelte von der Wasseroberfläche aus, und sagte mir endlich was ich falsch machte. Ich hatte mich einfach viel zu viel und zu kraftaufwendig bewegt. Da ich nicht tarieren konnte, war ich die ganze Zeit gezwungener Maßen in Bewegung, schoß die ganze Zeit im zickzack durch das Riff und schnaufte dabei meine Flasche leer, ohne wirklich etwas in Ruhe beobachten zu können. Ich gebe zu, dass mir das Bewegen unter Wasser auch einen riesen Spass machte, ich schlug im wahrsten Sinne des Wortes Purzelbäume unter Wasser - kein Wunder, dass meine Flasche immer als erste leer war.
Schade nur, dass keiner der teuer bezahlten Guides mich jemals auf die Konsequenzen meines Bewegungsdranges hingewiesen hatte. Die sagten immer nur das mit dem hohen Luftverbrauch gibt sich mit der Zeit von ganz alleine - tat es aber nicht! Tarieren muss man üben, und irgendwann ist es wie das Schalten beim Autofahren, man merkt es gar nicht und es geschieht unbewusst und automatisch. Außerdem sollte man sich beim tauchen so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig bewegen. Dann klappts auch mit dem Luftverbrauch!

Mein Freund und Tauchpartner Burkhard, der seinen OWD erst machte als ich schon 150 Tauchgänge Erfahrung hatte, hatte das "Glück" mit mir von Anfang an einen festen Tauchpartner zu haben. Ich konne ihn gleich von Anfang an sagen konnte worauf es beim Tauchen ankam, und was man sich am besten gar nicht alles erst angewöhnen sollte. Er konnte schon nach 20 Tauchgängen super tarieren und lag in seinem Luftverbrauch genau auf meinem Niveau - und inzwischen hat er immer 10 bar mehr auf dem Fini als ich. Als Fotograf schnaufe ich meistens doch ein bisschen mehr.

Es ist schon ein Riesenvorteil, wenn Anfänger entweder in einem Verein oder mit einem erfahrerenemDelfinsichtung Tauchern das Tauchen erlernen kann. Für die kleinen wichtigen Tips und Tricks beim Tauchen reicht nämlich oft die Zeit, oder die Motivation der Tauchlehrer beim Urlaubs-OWD Kurs alla Pady/SSI nicht aus.

Sicher gibt es noch die möchtegern -"einzig wahren Tauchverbände wie " CMAS/VDST die eine wesentlich umfanreichere und intensivere Tauchausbildung machen, als die Urlaubstauchschulen, aber ich habe auch CMAS/VDST -Taucher mit weit über 100 Tauchgängen kennengelernt, die es auch nicht gut tarieren konnten und sich unterwasser nicht besonders elegant bewegten. Ich bin kein Tauchlehrer, und werde mich hüten hier eine bestimmte Ausbildung zu empfehlen oder zu verdammen - schnell kommt man damit in Teufels Küche, aber eines weiß ich ganz bestimmt.

Das Tauchen kann man erst dann wirklich genießen, wenn man an die Ausrüstung, die Atmung und das Tarieren gar nicht mehr denken muss, und den Infalterschlauch bestenfalls nur zwei mal, nämlich beim Abtauchen und beim Auftachen benutzen muss, und die übrige Tarierung durch die Atmung hinbekommt.

Von meinen schönsten Tauch-Erlebnissen möchte ich euch hier berichten! (Weiter: hier klicken)