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CanonG11-IkeTest und Tipps zur Canon G11 im Ikelite Gehäuse mit dem DS 160 Blitz von Ikelite

Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, ist mein Ausflug in die Spiegelreflex-Fotografie Unterwasser schrecklich gescheitert. Nach dem Totalverlust einer Nikon D300, eines teuren Weitwinkel-Objetives, dass ich mir nur geliehen hatte und natürlich ersetzen musste, und den angelblichen Reparaturkosten für das Mietgehäuse (eine ordentliche Rechnung habe ich bis heute nicht erhalten) war mir klar, dass ich nicht wieder mit einer so teuren, sperrigen und anfälligen Ausrüstung tauchen gehen werde. Hinzu kommt, das das Unterwasserzubehör für eine DLSR-Kamera von Gewicht und Größe her kaum nach Asien zu transportieren ist, wenn man sich an die begrenzten Gepäckmengen eines Economy Fluges von max. 30kg (inkl. Tauchausrüstung) halten möchte - und das sollte man - wenn man nicht am Flughafen brutal abgezoggt werden will! Singapore-Air verlangt z.Zt. 90 Dollar für 1 kg Übergepäck - für das Geld könnte man sich Teile der Fotoausrüstung neu kaufen...

Auch beim Tauchen ist so eine große und schwere Ausrüstung eine ganz schöne Last, wenn auch die Ergebnisse um einiges besser sind, als mit einer Kompaktkamera. Jedoch hat sich technisch hier sehr Vieles getan und nach langer Recherche habe ich mich für die Canon G11 entschieden, die meiner Meinung nach einen sehr guten Kompromiss zur Spiegelreflex Liga in Punkto: Preis, Gewicht, Bildqualität und dem erhältlichem Zubehör darstellt. Alles in Allem bin ich mit dieser Ausrüstung wirklich zufrieden, und bereue die Anschaffung nicht. Etwas Theorie gehört jedoch auch dazu, wenn man die Möglichkeiten dieser Aussrüstung voll ausschöpfen möchte, und wirklich gute Bilder mit nach Hause bringen möchte. Um euch meine persönlichen Erfahrungen zu schildern, habe ich diese Seite erstellt. Ich hoffe, ich kann damit Fragen beantworten, und euch vielleicht ein paar nützliche tipps geben. Ich bin natürlich für Verbesserungsvorschläge und Korrekturen immer dankbar. Ich freue mich über Feedback und lerne gerne dazu! Schreibt mir also, wenn ihr schlimme Patzer - von den Rechtschreibfehlern mal abgesehen - in diesem Text findet!

Warum die Canon G11? (Inzwischen gibt es ja nur noch die G12)

1. Weniger ist mehr! Mit der G11 hat Canon die unsinnige Politik des Megapixelwahns gestoppt. Es werden immer mehr Pixel auf die kleinen Chips der Digi-Knipsen gequetscht, was ausnahmslos zu mehr Bildrauschen und schlechterer Bildqualität geführt hat. Die G11 erlaubt mit Ihren 10 MP weniger Bildpunkte als das Vorgängermodell dieser Reihe und das hat sich sehr positiv auf die Bildqualität ausgewirkt. Sie erlaubt noch bei ISO 400 sehr rauscharme Bilder, und die anti-Verwackelungs Elektronik arbeitet sehr zuverlässig, so dass auch bei langen Belichtungszeiten noch scharfe Bilder gemacht werden können. Alle Kamerafunktionen lassen sich manuell einstellen, was ich Unterwasser für absolut Notwendig halte. Sie hat zwar auch diverse vorprogrammierte Einstellungen, wie z.B. auch einen Unterwassermodus. Diesen habe ich bei einem Tauchgang getestet und für unnötig befunden, wenn man über einen vernünftigen Externen Blitz verfügt. In diesem Unterwasser-Modus werden lediglich die Rotanteile des Bildes künstlich angehoben, und die ISO Empfindlichkeit sowie die Verschlusszeiten werden automatisch auf lichtärmere Umbebung eingestellt. Dieser Modus ist bestenfalls sinnvoll, wenn man das billige Canon Gehäuse ohne ext. Blitz verwendet, und den schwachen, eingebauten Blitz bzw. gar keinen Blitz verwendet. Mit einem starken externen Blitz ist dieser Modus absolut unbrauchbar, und verdirbt die Bilder mit großer Sicherheit.

Sehr sinnvoll dagegen sind die beiden, programmierbaren Tasten C1 und C2, in denen man sämtliche relevanten Einstellungen die man häufig verwendet abspeichern kann, und damit ohne viel Drückerei während des Tauchganges sofort wieder aufrufen kann. Man sollte sich wirklich die Anleitung der G11 gut durchlesen, und diese beiden Einstellmöglichkeiten regelmäßig nutzen, denn sie sind sehr hilfreich um schnell zu den optimalen Einstellungen für Makro oder Weitwinkelmotive zu gelangen! Zu den von mir empfohlenen Kameraeinstullengen schreibe ich an anderer Stelle noch mehr!

Warum nun doch das Ikelite Gehäuse?

Nachdem mir das Ikelike-Gehäuse für die Nikon Spiegelreflexkamera brutal abgesoffen ist, hatte ich mir eigentlich geschworen: Nie wieder Ikelite. Da ich persönlich auch mit einem Ikelite Händler (Digital Dive) sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatte, hatte ich lange nach Ikelite-Alternativen für die G11 gesucht. Folgende eigenschaften sollte das Gehäuse haben:

1. Ich wollte unbedingt meinen Ikelite Blitz DS160 weiter verwenden, und nach Möglichkeit auch elektronisch und automatisch ansteuern.

2. Das Gehäuse sollte nicht zu schwer sein, und vor allem auch nicht zu teuer, denn mein Budget war begrenzt.

3. Auch wollte ich mein Blitzarmsystem von Ultralight weiter nutzen und sicher am Gehäuse der Kamera befestigen können.

4. Gerne hätte ich auch meinen INON Domeport zum externen Aufschrauben auf das Gehäuse weiter verwendet, so wie ich es mit meiner Olympus C7070WZ verwendet hatte, denn dieses Teil besaß ich bereits, und es war ziemlich teuer in der Anschaffung gewesen.

Anhand dieser Wünsche kam das preiswerte Canon-Plastikgehäuse leider nicht in Frage, denn es besitzt keinen elektronischen Blitzanschluss und auch keine Anschlußmöglichkeiten für den Domeport und die Blitzarme. Außerdem sind bei diesem Gehäuse von Canon nicht alle Kameraeinstellungen unter Wasser bedienbar, wie z.B. die Manuelle einstellung von Verschlusszeiten und Blendenwahl.

Inzwischen gibt es zwar auch eine Weitwinkellinse und diverse optische Blitzsteuerungen für dieses Gehäuse, aber das hätte ich alles neu kaufen müssen. Wie ich inzwischen bei anderen Canon-Tauchern gesehen habe, die optische Blitzsteuerungen verwendeten, sind die optischen Lichtleiterkabel zur Blitzsteuerung recht kurz, und eigenen sich nicht für längere Blitzarme. Damit ist diese Lösung für mich auch uninteressant geworden, denn ein seitlich angesetzter externer Blitz ist mit einem Blitzarm, der nicht viel länger ist als 30cm nicht wesentlich hilfreicher als der Eingebaute. Die Lichtquelle ist viel zu nahe am Objektiv, und man wird immer Schneegestöber haben. Ansonnsten spricht nicht viel gegen eine optische Blitzauslösung, solange man den Blitz auch manuell steuern kann, denn den automatischen TTL-Modus habe ich so gut wie nie genutzt, sondern immer die Kamera und den Blitz manuell gesteuert. Da für die Auslösung des Externen Blitzes jedoch immer auch der interne Blitz gezündet werden muss wirkt sich das negativ auf die Akkulaufzeiten aus, und auch erhitzt sich das Gehäuseinnere, wenn man viele Bilder mach, was zum lästigen "Fogging" (beschlagen der Innenscheibe) führen kann.

Das Patima Gehäuse kam meinen Vorstellungen erst am nächsten, aber ich habe gehört, dass es sehr schwer ist, und der Preis von über 800 Euro hat mich auch abgeschreckt. Der Anschluss meines Blitzes wäre auch ein kostspieliges Thema geworden.

Da mir das letzte Ikelite Gehäuse wegen des wackeligen wechselbaren Ports abgesoffen ist, und das ist meiner Meinung auch die Achillisferse vom Ikelite-Port Systemem , konnte man es fairerweise nicht mit dem Ikelite Gehäuse #6146.12 für die Canon G11/G12 vergleichen, denn dieses Gehäuse hat gar keinen Wechselport. Der Weitwinkel wird lediglich von außen aufgesteckt und kann auch unter Wasser gewechselt werden. Ein sehr nützlicher Umstand, denn oft hat man bei einem Tauchgang sowohl Makro Motive als auch Weitwinkel Motive, und diese Flexibilität hat mir schon sehr genützt, wenn unerwartet ein sehr kleines oder sehr großes Motiv aufgetaucht ist.

Fächerkorallen-BusaBoraLange Rede - kurzer Sinn - ich habe mich dann doch für das Ikelite Gehäuse entschieden, (Ich war sehr zufrieden mit dem Händler: UW-Fotopartner - Schnell, gute Beratung, fairer Preis, sympathisch am Telefon- das Gegenteil von Digital-Dive.de nach meiner eigenen supjektiven Meinung !) und musste beim Zubehör lediglich auf meinen INON Domeport verzichten, den ich bei EBAY noch für 300 Euro versteigern konnte (NP 800 Euro) und durch den Weitwinkel WD-04 von Ikelite ersetzen. Das WD-04 ist eigentlich kein echtes Fisheye-Weitwinkel sondern eine externe Nasslinse aus Kunststoff, aber es kompensiert die optische Dichte des Wassers so, dass man Unterwasser immerhin den selben Weitwinkelbereich von 28 mm nutzen kann, den die G11 auch an Land bieten würde. Der Weitwinkel-Dome WD-4 gibt der Kamera ihre Original-Brennweite in Weitwinkelbereich zurück.

Meine Makro Linse (Inon UCL 165) konnte ich mit einem entsprechendem Adapter auch nutzen, was bei sehr kleinen Motiven wirklich eine gute Sache ist. Ich habe immerhin die ersten wirklich scharfen Pygmäenseepferdchen fotografiert. (Bild unten links)

Tipps und Tricks für diese Ausrüstung:

1. Das Gehäuse

Die G11 lässt sich wirklich schnell und problemlos einbauen. Die Kamera wird auf die Grundplatte des Gehäuses, die mit der Rückwand verbunden ist geschraubt, in das Gehäuse geschoben, anschließend mit 2 Spannklammern aus Metall verschlossen. Es gibt nur einen O-Ring den man sauber halten muss um das Gehäuse abzudichten, und den richtigen Sitz des O-Rings kann man gut durch das transparente Poycarbonat beurteilen. Der Port ist fest verschraubt, und wird überhaupt nicht geöffnet.

Ein paar Kritikpunkte für diese Kamera im Ikelite Gehäuse möchte ich als erstes erwähnen:

Die Makro und Weitwinkel Linsen hatte ich in zwei Neoprenbeutelchen in der Jackettasche mitgeführt, und bei Bedarf Unterwasser aufgesteckt, bzw. gewechselt. Das geht mit etwas Übung sehr einfach.

2. Kameraeinstellungen

Ich habe anfangs versucht im automatischen Unterwassermodus zu fotografieren - die G11 hat so ein Programm, und dazu die automatische TTL-Steuerung des Ikelite Blitzes zu verwenden. In der Hoffnung - die Kamera und er Blitz werden schon erkennen, wie man am besten belichtet. Die Ergebnisse waren aber allesamt unbrauchbar. Von der Belichtung her wirkten die Bilder auf dem Display erst mal ganz vernünftig, aber bei genauerer Betrachtung waren diese Bilder allesamt nicht 100%ig scharf, denn es wurden viel zu lange Verschlusszeiten verwendet, und auch auf die Blende hat man im Automatik Modus keinen Einfluss. auch die Automatische TTL-Steuerung des externen Blitzes war nicht zuverlässig. Ich habe ab dann nur noch manuell Fotografiert. Ich werde nicht die Bedienung der ganzen Kamera und des Blitzes hier erklären, dafür gibt es die Bedienanleitung und diverse Fachbücher, aber ich empfehle ausdrücklich den Gebrauch der beiden Individual-Tasten C1 und C2.

Ich habe C1 für Makro und C2 für Weitwinkel vorprogramiert.
Für beide Modis habe ich den Blümchenmodus (Nahaufnahme) obligatorisch eingestellt. Alles was in Reichweite des Blitzes ist, kann, und sollte man im Kameramakromodus (Blümchen) fotografieren. Das Landschaftssymbol braucht man Unterwasser selten, denn die Meisten Motive befinden sich erfahrungsmemäß im Nahbereich der Kamera, und um hier zu Fokussieren ist der Kamera-Nahbereich nötig.

Sollte man jedoch mal ins Blauwasser fotografieren weil eine Schule Delfine vorbeikommt, ein Napoleon an der Riffkante auftaucht oder ein Wrack in der Tiefe liegt, dann empfiehlt es sich den Blitz abzuschalten, auf Landschaft umzuschalten, und mit der Blende auf 2.8 runter zu gehen , und am besten im Zeitvorwahlmodus der G11 zu fotografieren. Hier emfehle ich 1/100 bis 1/500 sec. und maximal ISO 400. Blauwasserbilder sind nun mal blau - und hier kommt es auf einen schnellen Autofokus und das verfügbare Umgebungslicht an. Im Bereich von 10-20 m Tiefe reicht das Tageslicht fast immer aus, um scharfe Bilder zu machen. Auf große Entfernungen hilft der Blitz gar nicht weiter, und man muss mit dem Umgebungslicht vorlieb nehmen. Den Autofokus sollte man auf Mittelfeld-Integral stellen und der Kamera vertrauen.

Makrobilder: Also vom Pygmäenseepferdchen bis zur Nacktschnecke

Hier meine bevorzugten Einstellungen an der C11 für Makrobilder, wie Schnecken, Garnelen, Winzlingen, die man zuvor über das Hauptmenü für C1 hinterlegen sollte. Wenn man dann das Rädchen auf C1 stellt, stellt sich die Kamera automatisch auf die folgenden Werte ein:

Blende: f8 ist die kleinste Blende. Es ist verglichen mit Spiegelreflex zwar lächerlich, aber durch den kleinen Chip der Kamera wird dieses zum Teil wieder kompensiert, so dass die Tiefenschärfe nicht all zu sehr leidet.

Verschlusszeit: s 1:500 - 1:3000

ISO: 80-100 reichen immer aus! Je kürzer die Verschlusszeiten gewählt werden, so dunkler wird jedoch der Hintergrund. Das Seepferdchenbild ist zwar Tagsüber entstanden, sieht jedoch aus wie eine Nachtaufnahme, denn durch die kleine Blende und die Kurze Verschlusszeit kommt kein Umgebungslicht mehr auf den Chip, sondern nur noch das Licht vom Blitz. Möchte man lieber einen blauen Hintergrund haben, so muss man längere Verschlusszeiten wählen. Ich persönlich mag diese künstlichen Nachtaufnahmen sehr gerne, denn sie stellt das Motiv sehr gut frei, und blendet ungewollte Hintergründe aus.

PiggiBei der Verwendung der Makro Linse sollte man ebenfalls die Zoomstufe vorher festlegen, denn man muss etwas einzoomen um Vignettierungen (schwarze Ränder an den Bildseiten). Ich habe die Nahlinse dafür zuvor an Land aufgesetzt und so weit eingezoomt bis keine Vignettierungen in den Ecken mehr zu sehen waren. Diesen Zoomstatus habe ich ebenfalls unter C1 abgespeichert. Wenn ich dann Unterwasser die Nahlinse aufgesetzt habe, dann findet die Camera im C1 Modus automatisch die vorher ermittelte Zoomeinstellung, die nötig ist um Vignettierungen zu vermeiden. Weiteres einzoomen im Makrobereich ist meistens nicht nötig, und bei maximaler Zoomstufe ist ein automatisches Fokussieren leider nicht mehr möglich. Sollte man das Zoom einmal so verstellt haben, dass man die optimale Stufe nicht mehr findet, so kann man kurz den C1 Modus verlassen und dann gleich wieder zurückstellen. So fährt das Zoom wieder in die voreingestellte Position zurück. Oft geht das schneller, als wenn man endlos hin und herzoomt. Wichtig ist es immer darauf zu achten, dass der Zoomhebel der Kamera immer frei, also nicht auf Anschlag steht, denn dadurch würde die Kamera blockiert werden. Ein Blick durch das Plexiglas gibt hier gewissheit, dass der Hebel frei ist, falls die Kamera mal nicht auslösen will sollte das immer der erste Blick sein!

Bei Aufnahmen ohne die Nahlinse benötigt man das Zoom nicht unbedingt, jedoch kann leichtes Zoomen die Distanz zu Tieren mit kurzer Flöuchtdistanz etwas überbrücken, und hier gewinnt man oft wertvolle Zentimeter um ein kleines Motiv doch noch formatfüllend abzubiden. Je stärker man zoomt, desto unzuverlässiger arbeitet jedoch der Autofocus der G11. Daher kann man das Zoom im Makro Modus nur zu etwa 2/3 nutzen. Beim voller Zoomstufe versagt der Autofokus leider.

Eine Grunddeinstellung für den Makro Modus war bei mir: (C1)

Blende: 8

Verschlusszeit: 1:2000

ISO: 80-400 (Besser 80, wenn möglich)

Zoomstufe auf meine aufgesteckte Nahlinse abgestimmt.

Bildqualität: L und zusätzlich RAW

Bei Verwendung von Blende 8 braucht man sehr viel Licht. Daher wird man mit dem Blitz ziemlich dicht ans Motiv heran müssen. Hier ist der Bereich eines überblitzten Bildes und eines zu dunklen Bildes jedoch sehr eng, und man muss wirklich ausprobieren, bis man ein Gefühl dafür entwickelt.

Der Blitz wird bei Makroaufnahmen meistens sehr dicht ans Motiv gebracht. Deshalb reicht hier oft schon die geringste Blitzleistung, denn schnell überblitzt man ein Makro Motiv. Hier muss man ein Gefühl für die Blitzleistung, die Entfernung zum Motiv und den optimalen Winkel zur Beleuchtung finden. Wenn der Blitz sich nicht weiter drosseln lässt, dann muss man mit der Entfernung zum Motiv arbeiten!

Ein Bild das überblitzt ist, ist unbrauchbar und verloren! Deshalb sollte man im Zweifelsfall lieber etwas zu dunkel als zu Hell belichten. Aufhellen von etwas zu dunklen Bildern kann man erstaunlich gut - besonders mit einer guten Tonwertkorrektur. Außerdem sollte man bei Makro-Bildern immer eine Streu/Diffuser Scheibe verwenden, die die Schatten wesentlich weicher macht.


Die Veränderung der Blendenzahl hat wesentlich mehr Auswirkungen auf die Helligkeit des Bildes als die Belichtungszeit. Natürlich auch auf die Tiefenschärfe, die bei Makro Bildern oft nur wenige Millimeter beträgt.

Die Veränderung der Verschlusszeiten dagegen Diese spielt eine große Rolle bei bewegten Motiven, und sollte nicht zu klein gewählt werden, wenn man Verwacklungen vermeiden möchte. Ich habe meistens nicht länger alsr 1/100 sec. gewählt - damit friert man die meisten Bewegungen gut ein, aber es gelangt noch genügend Umgebungslicht aufs Bild - so dass ein Blauer Hintergrund möglich ist, falls gewollt. Je kürzer die Verschlusszeit, desto dunkler wird der Hintergrund, wenn er weiter entfernt ist, wie z.B. Blaues Wasser. 1/500 bis 1/3000. Ihr werdet sehen dass die Belichtungszeit bei Makro keinen großen Einfluss auf die Helligkeit des Vordergrundmotives, ws direkt angeblitz wird hat, sondern die Menge an Hintergrundlicht beeinflusst.

Merke: Kleine Blende (große Blendenzahl) = große Tiefenschärfe, wenig Hintergrundlicht, Blitz muss näher ans Motiv heran, bei Weitwinkelaufnahmen gefahr, dass Bilder schwarz werden - daher nur für Makro und Nahaufnahmen geeignet.

Große Blende ( kleine Blendenzahl) = geringe Tiefenschärfe im Nahbereich, viel Hintergrund bzw. Umgebunslicht, Blitzreichweite ist viel größer, kürzere Verschlusszeiten sind möglich bzw. nötig.

 

Sahung SatuBei Weitwinkelaufnahmen - (Von der Anemone über Korallenblöcke, Fischschwärme, Schildkröten bis zum Taucher und der Riffwand) muss man mit der Blitzleistung rauf gehen und mit der Blende runter.
Der Abstand zum Motiv ist erheblich größer als bei Makro. Auch mit der Belichtungszeit kann man hier einiges bewirken, wobei scharfe Bilder unter 1/60 sec. schon sehr schwierig zu machen sind, wenn es sich um bewegte Motive handelt. Bei gleichzeitig offener Blende (kleine Blendenzahl) entstehen leicht Geisterbilder bei bewegten Motiven, denn der Blitz friert zwar die Motive ein, aber das Restlicht belichtet auch die Bewegung, was zu unschärfen führen kann. Bei geschlossener Blende wird nur der vom Blitz getroffene Teil des Bildes belichtet, und daher werden auch Bewegungen eingefroren, und man kann theoretisch auch Verschlusszeiten von 1/30 Sec. realisieren.

Der Blitz sollte immer etwas hinter der Kamralinse bei 0:00 Uhr oder bei 3 bzw.9 Uhr ausgerichtet werden, und zwar parrallel zur Sichtachse des Objektives. Neigt man den Blitz zu stark zum Motiv hin, dann bekommt man sämtliche ungewollte Refelxxionen genau in die Linse zurückgeworfen, und das bedeutet mehr Schneegestöber. Es gibt allerdings kein 100%iges Rezept zur Vermeidung von reflexionen. Hier hilft ein möglichst großer und beweglicher Blitzarm sehr die optimale Einstellung zu finden! Die kleinen weißen Punkte - das gefürchtete Schneegestöber - erkennt man auch oft nicht auf dem Kamerainternen Display - daher sollte man sich die Bilder anschließend immer vergrößert anschauen, oder am besten auf einem Computerbildschirm bei voller Auflösung.

Auch sollte der Blitz weit genug vom Objektiv entfernt sein. Mein Blitzarm ist insgesamt ca. 65 cm lang, ( zusammen mit dem Handgriff sogar 80cm an 3 Kugelgelenken) und bietet sowohl bei Nahaufnahmen als auch bei Weitwinkelbildern große Flexibilität. Wichtig ist, dass man mit seinem Blitzarm jede gewünschte Position einstellen kann. Manchmal habe ich auch den Blitz in die Hand genommen, und bei sehr schwer zugänglichen Motiven, wie Fische unter einem Überhang den Blitz mit der Hand ausgerichtet. Das würde ich allen Fotografen mit sehr kurzen Blitzarmen empfehlen, vorausgesetzt das Auslösekaben ist lang genug. Hierbei bracht man jedoch beide Arme, und sollte perfekt mit der Lunge tarieren können, sonnst knallt man in die Korallen.

Wird das Bild zu Dunkel, muss man mit der Blitzleistung rauf und mit der Blende runter oder mit dem Blitz näher ran ans Motiv. Bei Weitwinkel sollte man jedoch immer mit dem Blitz hinter dem Objektiv bleiben, sonnst fotografiert man seinen eigenen Blitz oder dessen Lichtschein.

Die Grundeinstellung für den Weitwinkel Modus war bei mir: (C2)

Blende: 3.6

Verschlusszeit: 1:400 Sec.

ISO: 80-400 (Besser 80, wenn möglich)

Zoomstufe auf Weitwinkel - also 28 mm.

Wenn man den C1 oder C2 Modus aufruft, dann kann man ein Probebild machen. Sollte das Bild nicht optimal belichtet sein, so kann man wie im Manuellem Modus die verschiedenen Parameter noch feinjustieren, und da man seine Bilder angezeigt bekommt, kommt man schnell dahinter, welche Justierungen noch nötig sind. Sollte man die Kamera dabei zu sehr verstellen, so dreht man einfach das Rädchen kurz in einen anderen Modus, und dann sofort wieder zurück auf C1 bzw C2 und man hat die Grundeinstellung wieder sofort verfügbar. Das ist wirklich ein unschätzbarer Vorteil, und ich empfehle allen, die bisher Angst vor dem manuellem justieren der Kamera hatten sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Es lohnt sich wirklich sehr!

Außerdem werden in den Bilddaten - der EXIF datei sämtliche Kameraeinstellungen mit abgespeichert, so dass man nachträglich noch sehen kann, wie bestimmte Bilder aufgenommen wurden.

Nur die jeweilige Einstellung des externen Blitzes wird nicht mit gespeichert. Dafür muss man einfach ein Gefühl entwickeln. Meine Faustregel: Bei Makro wenig Power - nah ran und bei Weitwinkel volle Kraft - und etwa parrallel zur Optischen Achse Belichten!

Bei Motiven dazwischen muss man auch dazwischen einstellen. Mit etwas Übung bekommt man ein Gefühl für die Ausrüstung. Immer mehrere Bilder von einem Motiv machen, und dabei die Einstellungen leicht verändern. Anschließend kann man anhand der Exif-Daten beurteilen, welche Einstellungen am besten waren.

PrachtanemoneSämtliche Bilder habe ich mit dem externen Blitz von Ikelite DS160 belichtet. Durch den elektronischen Blitzanschluss am Ikelite-Gehäue ist eine Blitzsteuerung möglich, ohne dabe den internen Blitz zünden zu müssen. Die Ausrichtung des externen Blitzes ist sehr wichtig, wenn man nicht unnötig viel Schneegestöber auf dem Bild haben möchte, denn es befindet sich meistens sehr viel Plankton im Wasser und wenn diese normalerweise fast unsichtbaren Teilchen angeblitzt werden, dann reflektieren sie das Licht genau zurück in die Linse, es sei denn man beachtet das einfache physikalisch-optische Gesetzt: Einfallswinkel=Ausfallswinkel - Das Licht wird im gegenüberliegenden Winkel zurück geworfen, wie es auf das Motiv bzw. auch auf das Plankton im Wasser trifft, bei 90° wird das LKicht senkrecht zurück geworfen, also genau zum Blitz. Bei

Bei einer geschickten Ausrichtung des Blitzes kann man selbst bei Plantkonreichen Wasser gute Bilder erziehlen. Ganz vermeiden wird man jedoch die Weißen Pünktchen im blauen Wasser bei Blitzlichtaufnahmen niemals ganz. Hier hilft dann nur noch das Stempelwerkzeug der Bildbearbeitung, aber das ist ein anderes Thema.

Alle diese Tipps sind meine persönlichen Erfahrungswerte, und ich übernehme keine Garanie für deren Richtigkeit. Viele Profifotografen werden mir in machen Punkten wiedersprechen, bzw. habe mit ihren Ausrüstungen sicherlich andere Erfahrungen gemacht. Auch wenn man mit einer Spiegelreflexkamera oder Analog fotografiert sind meine Angaben hier sicher nicht hilfreich und zutreffend. Ich wollte einfach nur meine Erfahrungen mit dieser speziellen Ausrüstung beschreiben, und hoffe dass es ein bisschen Interessant für euch war.

Bei Rückfragen könnt ihr euch gerne bei mir melden, und ich werde Versuchen weiter zu helfen.

Schlusswort:

Ich danke meinem Freund und besten Buddy der Welt- Burkhard an dieser Stelle ganz herzlich für seine unendliche Geduld für mein anstrengendes Hobby. Wenn ich mich mal wieder ewig an einem Motiv aufgehalten habe, um meine 20 Bilder zu machen, biss ich sämtliche Kameraeinstellungen durchgetestet hatte, oder das Motiv endlich mal bereit war in meine Richtung zu blicken. Ohne Burkhard hätte ich weder alle diese tollen Motive gefunden, noch hätte ich die Ruhe und Gelassenheit für die Erkundung dieser Fotoausrüstung aufbringen können, denn nicht jeder hat so viel Geduld mit einem Unterwasserfotografen wie mein Freund Burkhard. Auch gilt mein großer Dank unserem Guide Dolfie von den Gangga Divers, der im unermüdlich Einsatz damit beschäftigt war uns beide von einer Sensationzum nächten Highlight zu führen, mir als Fotografen zu assestieren, bei starker Strömung hat er mich sogar einmal an meiner Tauchflasche festgehalten, damit ich beide Hände für die Fotoausrüstung freihatte. Dolfie hat uns beiden unvergessliche Momente und Naturwunder der Unterwasserwelt von Nordsulawesi vorgestellt und gezeigt- Ich bewundere sienen geschulten Blick. Wenn er wirklich einmal ein Tier beweget hat, um es uns besser zeigen zu können, dann ging er dabei immer sehr behutsam mit den Lebewesen um, wie z.B. die Boxerkrabben und die Harlekin-Garnelen, dann hat er diese Tiere nach der Fotografieren sofort sehr behutsam zurück in ihr Originales Versteck gebracht, so dass sie nicht sofort ein Opfer ihrer aufgeflogenen Tarnung wurden.

Das ist keine Selbstversändlichkeit, und ich rechne es hoch an. Ohne euch beiden hätte es einfach keinen Spass gemacht!